Auerbräu

Erste Erwähnungen des Gebäudekomplexes am Steinweger Brückenkopf findet man in Aufzeichnungen vom Jahre 1614.

Die Geburtsstunde des Auerbräu kann dann auf den 15. April 1896 datiert werden.

An diesem Tag erwarb der 35 jährige Straubinger Wilhelm Auer die Brauerei und das Wirtshaus am Regen. Er war der 20. namentlich aufgeführte Besitzer seit der erstmaligen Erwähnung des Anwesens.

Wilhelm Auer galt als unternehmungslustig und investitionsfreudig und konnte sich trotz großer Skepsis der Einheimischen sehr erfolgreich durchsetzen, dass man ihn schon bald zum Magistrat von Steinweg wählte.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 steigerte er den Bierausstoß von knapp Zweitausend Hektoliter bei der Übernahme um das Fünffache!

Schon früh modernisierte das Unternehmen mit neuen Maschinen und ersten Fahrzeugen für den Vertrieb und kaufte umliegende Wirtshäuser und Ländereien.

Im Jahr 1904 sorgte er beim Regensburger Bierkrieg für Aufsehen, als er die allgemeine Bierpreiserhöhung von 22 auf 24 Pfennige für den Liter ignorierte. Ganz Regensburg trank damals Auer-Bier. Knapp zwanzig Jahre später zur Zeit der Inflation kostete eine Maß Bier 432 Milliarden Papiermark.

Zusammen mit seiner Frau Barbara, die er am 19. Mai 1896 heiratete und deren Kochkünste hoch geschätzt waren, lenkte Wilhelm Auer das Unternehmen mit starker Hand, viel Fleiß, Geschick und Weitsicht durch ein halbes Jahrhundert und machte die Brauerei Auer zu einem überregionalen Begriff.

Gezeichnet von harter Arbeit und den Auswirkungen von zwei Weltkriegen starb Wilhelm Auer kurz nach Kriegsende am 04. Juni 1945. Der  Hektoliterausstoß war in den Kriegsjahren auf 2500 Hektoliter zurückgegangen.

Das letzte Bier der Brauerei Auer wurde 1972 unter der Leitung seines Schwiegersohnes Max Berchtenbreiter gebraut.

1995 kaufte die Brauerei Kneitinger den Auerbräu, welches seither beste bayerische Wirtshaustradition pflegt.

Über die Grenzen Regensburgs hinaus bekannt wurde das Auerbräu in den 1990er Jahren als Wahlkampfhauptquartier von „Josef Alzheimer“, der politischen Spaß-Guerilla Partei um Hubert Lankes und Karl-Heinz Mierswa. Lankes war Gehirn, Mierswa Redner und Rampensau der Liste Alz, die mit der Aktion „Freier Schweinsbraten für freie Bürger” sogar in den Stadtrat einzog. Längst vergangene Zeiten, aber im „Auer“ lacht man heute noch darüber.

Geschichte

  • Gebäude seit ca. 1600
  • 1896 Auer Bräu
  • 1995 von der Brauerei Kneitinger gekauft und restauriert

Bier und Speis

  • Brauerei Kneitinger
  • Schneider Weisse
  • bayerische Küche

Besonderheiten

  • traditionelle Wirtshauskultur
  • oft Live Musik
  • der Bockbieranstich
Gabriele und Karl-Heinz Mierswa